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Was ist ein Tauschring?
Wie funktioniert ein Tauschring?
Sie helfen Matthias beim Ausfüllen des Wohngeldantrages. Matthias geht für Frau Krause einkaufen, weil sie die Sachen nicht mehr tragen kann. Frau Krause paßt dafür mal auf Ihr Kind auf. Der Tauschhandel ist perfekt.
In einem Tauschring müssen nicht zwei Partner direkt miteinander tauschen. Jedem/r Teilnehmer/in steht der gesamte Pool des Tauschrings zur Auswahl. "Bezahlt" wird mit dem Versprechen, seine eigenen Fähigkeiten einzubringen. Dies geschieht in der Regel mit Zeiteinheiten, die auf den Konten der Tauschenden gebucht werden. Der Tauschring lebt dabei von einer Balance zwischen Geben und Nehmen.
Über die konkreten Bedingungen können Sie sich bei dem Tauschring in Ihrer Nähe informieren.

Was bringt uns ein Tauschring?

Nachbarschaftshilfe
Der (Aus-) Tausch zwischen den Menschen im Kiez fördert die Nachbarschaftskontakte.

Ökonomische Selbsthilfe
Über den Austausch im Tauschring kann man sich mit Dienstleistungen und Waren versorgen, die man sich sonst nicht leisten könnte, leisten würde, oder die nur schwer zu organisieren wären, wie z.B. Babysitting oder Hilfe bei bestimmten Arbeiten.

Kreativität
Menschen können sich aktiv in die Gemeinschaft einbringen, indem sie ihre Fähigkeiten und das, was ihnen Spaß macht, ohne Druck des Arbeitsmarktes nutzbringend und selbstbewußt einsetzen.
 
Tauschen will gelernt sein

eine Kurzgeschichte von Brita Henkel

"Die sind aber groß geworden, wie alt sind sie jetzt?" "Fast 8 Monate, Inge. Und ich bin froh, dass ich sie habe, wenn man auch alles vor ihnen in Sicherheit bringen muss. Hauptsache, ich bin nicht mehr alleine.“ Hildegard lacht, dann wird sie ernst und geht in die Küche. Ihre Freundin bemerkt den Stimmungswechsel und folgt ihr.
Bei einer Tasse Kaffee berichtet Hildegard vom neusten Problem. Sie sollte wie üblich ihre Ferienwünsche bezüglich des Jahresurlaubs anmelden, damit die Firma entsprechend disponieren kann. Dabei ist ihr aufgefallen, das sie noch gar nicht an die Betreuung ihrer beiden Lieblinge Max und Moritz gedacht hatte, falls sie mal ausfallen würde. Das Geld war knapp, sonst hätte sie die Katzenpension im Nachbarort für die Versorgung der beiden beauftragen können, doch 12 Euro pro Tier und Tag, das ist ihr gesamtes Taschengeld für die geplanten Ferien. Inge verstand, sie selber war eine unzuverlässige Betreuung, wegen der weiten Anfahrt und dem Schichtdienst. Die Nachbarn würden nicht einspringen, weil der Kontakt zu lose ist. Mit der Familie war es ähnlich, blieb wohl nur noch das Tierheim. aber auch dort war nichts umsonst. Hildegard wollte dagegen argumentieren, doch sie sah ein, dies war wohl die einzige praktikable Lösung. Und nahm sich vor in den nächsten Tagen sich dort zu erkundigen.

Einige Tage später sitzt Hildegard in ihrem Wohnzimmersessel und schaut die Post durch. Bei einem weißen blanko Briefumschlag stutzt sie. Dann öffnet sie ihn energisch und ist überrascht, als sie einen Flyer über irgendeinen Tauschring in den Händen hält. Sie liest ihn durch, doch weiß sie nichts damit anzufangen, wer hat diese Info in ihre Post getan, sie hat doch nichts zum tauschen!

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